"Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt"

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"Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt"

Beitragvon HaWe » 13. Dez 2016 09:32

Entlarvend, erschreckend und erschütternd, selbst wenn nur die Hälfte davon wahr wäre - eine Gefahr für alle Bürger nicht nur in allen Demokratien unserer Welt:

"Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt -
Der Psychologe Michal Kosinski hat eine Methode entwickelt, um Menschen anhand ihres Verhaltens auf Facebook minutiös zu analysieren. Und verhalf so Donald Trump mit zum Sieg. "

https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ic ... ombe-gibt/

Hinter SCL verbirgt sich ein kompliziertes Firmenkonstrukt mit Ablegern in Steuerparadiesen – wie die Panama Papers und Wikileaks-Enthüllungen zeigen. Manche haben bei Umstürzen in Entwicklungsländern mitgewirkt, andere entwickelten für die Nato Methoden zur psychologischen Manipulation der Bevölkerung in Afghanistan. Und mittlerweile sind SCL auch die Mutterfirma von Cambridge Analytica, jener ominösen Big-Data-Bude, die für Trump und Brexit den Onlinewahlkampf organisierte.



und siehe da...
kaum hat man diesen Artikel geliked, taucht schon ein gesponserter Link in der rechten Facebook-Spalte auf...
https://l.facebook.com/l.php?u=https%3A ... &sig=95405

und bei Ebay als gesponserte Werbeanzeige:
http://googleads.g.doubleclick.net/pcs/ ... =-132&mb=2
Gruß,
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Re: "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt"

Beitragvon Alphasucht » 16. Dez 2016 23:08

Ja, das Thema ist spannend und erschreckend zugleich. Jedoch glaube ich eher nicht, dass Mr. Trump die Wahl deswegen gewonnen hat. Man versucht doch derzeit nur Ausreden zu finden, weil man die wahren Gründe nicht akzeptieren möchte. Politik wird seit einiger Zeit von den falschen Menschen gemacht.

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Re: "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt"

Beitragvon HaWe » 17. Dez 2016 14:41

was nun ohne all das herausgekommen wäre beim US Wahlkampf oder Brexit, weiß man ntl nicht
- aber bei sehr knappen Abstimmungsergebnissen kann es tendenziell schon den Ausschlag geben oder gegeben haben, wenn man Wähler gezielt durch "big data" Analysen manipuliert wie sie wählen und dass sie zur Wahl gehen oder der Wahl fern bleiben. Derartig genutzt wurde dieses Instrumentarium ja nun wohl tatsächlich schon.
Verzerrungen durch das Mehrheitswahlrecht ("Kippen" des Wahlausgangs v.a. in Wackel - oder Nichtwähler-Staaten schon durch prozentual geringe Veränderungen ) ganz außen vor.
Der pauschalen These aber, dass Politik "seit einiger Zeit von den falschen Menschen gemacht" würde, würde ich allerdings genau so pauschal widersprechen (es sei denn, man meint damit Leute wie Geert Wilders, Boris Johnson, Viktor Orbán oder Beata Szydło).
Nur auch darum geht es ja nicht in dem Artikel:
Denn würden jetzt auch noch etablierte Parteien und nicht nur Populisten und Polemiker diese Methoden verwenden, würde es die Manipulation durch "big data" Analysen ja auch nicht besser machen..
Gruß,
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Re: "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt"

Beitragvon Alphasucht » 17. Dez 2016 15:34

Natürlich gibt es unter Politikern auch Ausnahmen, aber der normale Politiker sieht seine Tätigkeit wohl eher als Beruf und weniger als Berufung. Und hier liegt das Problem. Da fehlt das Herzblut für die Sache. Man bringt lieber seine Schäfchen ins Trockene und umgarnt jene, welche das eigene Bankkonto füllen. Und jetzt gibt es eben eine Retourkutsche vom Wähler.
In diesem Zusammenhang sehe Big Data allenfalls als Zünglein an der Waage und eine weitere Ausrede für etablierte Parteien/Politiker, um sich nicht mit den tatsächlichen Problemen zu beschäftigen.
Und zum eigentlichen Thema: als das damals mit Snowden losging, haben ich mit vielen Leuten über das Thema Datenschutz gesprochen. Es hat einfach niemanden interessiert. NIEMANDEN! "Ich habe nichts zu verbergen. Was wollen die von mir schon wissen!?" Es haben einfach alle vollkommen sorglos mit den "neuen" Medien agiert. Und das ist bis heute so geblieben.

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Re: "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt"

Beitragvon HaWe » 17. Dez 2016 16:17

ich denke schon, dass unsere jetzigen deutschen Politiker ihre Arbeit gut und gewissenhaft machen und vor allem sich nicht an populistischen Tendenzem und sich auch nicht an Eigennutz orientieren - das gilt sowohl für die SPD, die CDU , die Grünen, die FDP und auch für die Linke, aber das soll hier nicht das Thema sein. Momentan sind aber gerade die, auf die sich der Artikel bezieht, (zufälligerweise?) volksverhetzende Populisten (Brexit) und machtgeile Milliardäre (USA), die allesamt von umsichtiger Politik, Sachkenntnis und sozialer Verantwortung meilenweit entfernt sind - dumpfe Neonazis sind sicher eine zusätzliche Gefahr, und es wäre nicht das erste Mal in Deutschland, dass solche Volksverhetzer mit ihren unsachlichen, tendenziösen und Lügen-Parolen Wahlen gewinnen.
Thema ist aber, dass man Facebook-Daten erwerben und nutzen kann und dann durch die Hintertür aus ihnen Nutzerprofile erstellt, die alle diejengen missbrauchen können, die das Geld dafür haben und keine Skrupel bei der Durchsetzung ihrer Machtinteressen.
Was soll man tun?
Ein Virenschutz hilft hier ja nicht, noch nicht einmal Proxy-Server zum anonymen Surfen, denn bei Facebook muss man ja sich ja einloggen bevor man mitmachen kann, und schon saugt Facebook alles an Daten, was es kriegt.
Hülfe nur, Facebook zu boykottieren, aber dieses Ansinnen ist heute ja komplett illusorisch, genauso wie wenn man Facebook verbieten wollte, Surf-Verlauf, angeklickte Links, Posts und Likes zu protokollieren und zu vermarkten, denn da liegt ja der Hase eigentlich im Pfeffer.
Gruß,
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Re: "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt"

Beitragvon Alphasucht » 17. Dez 2016 19:25

Ich finde es löblich, dass Du so von unseren Politikern denkst, kann selbst aber nicht nachvollziehen wie Du zu dieser Ansicht kommst.

Trotzdem bin ich skeptisch, wie viel speziell zugeschnittene Anzeigen auf FB wirklich bringen. Hier sind die restlichen Medien gefordert, objektiv und umfassend zu berichten. Denn so kann man wohl am besten gegen Propaganda vorgehen.
Wenn vor den jeweiligen Wahl nicht sonnenklar gewesen wäre, "dass der Brexit nicht kommen wird und auch undenkbar wäre" und "Donald Trump gar keine Chance hätte, weil er ja eine Witzfigur ist", dann hätten sich vielleicht ein paar mehr Leute zur Urne geschleppt. Beide Ergebnisse waren sehr knapp und gerade in den USA lag die Wahlbeteiligung bei unter 60%.

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Re: "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt"

Beitragvon HaWe » 18. Dez 2016 10:59

Über die richtige oder die falsche Politik zu diskutieren ist hier nicht der richtige Ort. Immerhin ist es aber ja offenbar der Urheber dieser "big data"-Profiling-Methode selber, der vor der sicher noch weit unterschätzten Gefahr bei professioneller Nutzung warnt, die Manipulationsmöglichkeiten in dem Artikel auch sehr plastisch belegt und weshalb er sich selber auch davon ausdrücklich distanziert. Nur ergänzend: Die Frage nach der Objektivität von Medienberichten und -berichterstattung stellt sich aber ntl ebenfalls immer (und ntl grundsätzlich auch bei diesem hier oben zitierten).

ps,
und es geht doch gar nicht um ein paar zusätzlich eingeblendete personalisierte (politische) Werbe-Anzeigen, sondern um die im Artikel beschriebenen Folgeaktionen, die weit darüber hinaus gehen!
Gruß,
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